Neuer 2.4-Riss: CA 3

Autor: Detlef Müller-Böling

Wir haben in unserer Bootsklasse eine Vielzahl unterschiedlicher Risse, die von berühmten Konstrukteuren entwickelt wurden: Norlin, Södergren, Eide, Ridder, Malmsten (Stradivari) und in jüngster Zeit Super 3. Jetzt ist ein weiterer, neuer dazu gekommen der CA 3.

Gezeichnet wurde er von Colin Archer, dem legendären norwegischen Konstrukteur, der insbesondere Spitzgatter mit höchster Seetüchtigkeit entworfen hat. Das Modell RS 22 wurde 4 zu 1 verkleinert und herausgekommen ist mit dem CA 3 ein wirklich innovativer Riss, den Klaus Steinle gebaut hat und nun segelt.

„Neuer 2.4-Riss: CA 3“ weiterlesen

Die Smarten segeln im Garten

Soll keiner sagen, es gibt nicht noch Segelpotentiale in Corona-Zeiten. Ulli Libor macht es vor.

Er baut zur Zeit seinen neuen Super3 aus und nimmt schon mal einige Segelminuten im Garten.

Ulli, angespannt vor Wind

Kurze Zeit nach dieser Aufnahme kam eine Bö mit 5Bf und brachte den Hänger drei Meter weiter nach vorne. 🙂 Aus diesem Grund hat Ulli auf der Kreuz dann lieber einen Platz außerhalb des Bootes gesucht.

Ulli, trimmend auf der Kreuz

In jedem Fall hat sich bei bestem Wetter Segelfeeling eingestellt. Jetzt sind wir alle gespannt, wie das Schiff innen aussieht und welche innovativen Beschlagsanordnungen zu sehen sein werden. Er hat versprochen, uns auch davon Bilder zu zeigen. Danke aber schon mal vorab für diesen tollen Einblick vom Segeln des Smarten im Garten mit dem nagelneuen Schiff!

Corona revolutioniert Regattasegeln

Alle vier Jahre werden die Internationalen Wettsegelbestimmungen an neuere Entwicklungen angepasst. Das geschieht seit Jahren im Anschluss an die Olympischen Spiele. Im Jahre 2020 fallen diese nun aus, werden aber 2021 als Olympia 2020 nachgeholt.

Bald ausgedient

Bei Word Sailing wird aber bereits intensiv an den neuen Regeln gearbeitet, die auch die Corona-Pandemie berücksichtigen sollen. Dabei geht man davon aus, dass wir – wo auch immer auf der Welt – zumindest in den nächsten vier Jahren mit größtmöglicher Vermeidung von Ansteckungen segeln sollten.

Aus der vorbereitenden Arbeitsgruppe bei World Sailing, die in Videokonferenzen tagt, sickerten die ersten Ergebnisse durch.

Eines der obersten Prinzipien der neuen Wettsegelbestimmungen wird boat distancing sein. Regel 14 Berührung vermeiden bleibt daher erhalten und wird wohl noch einmal verschärft. Ansonsten gilt für fast alle Situationen eine Drei-Längen-Abstands-Regel.

Im Einzelnen sieht das – wie folgt – aus:

Start

Der Start ist die schwierigste Phase, da hier die Bootsnähe für fast alle Boote am größten ist. Zwei Varianten werden diskutiert.

Variante 1 nacheinander starten

Bei dieser Variante wird die Startreihenfolge ausgelost und die Boote im Drei-Minuten-Takt auf die Bahn geschickt. Beim Zieleinlauf werden die Zeiten verrechnet.

Variante 2 in Bahnen starten

Wie bei Ruder-Regatten werden im 45 Gradwinkel zur Startlinie nebeneinander liegende Bahnen mit drei Bootslängen Abstand zueinander ausgetonnt. In diesen Bahnen müssen die Boote zur Startlinie fahren. Wenn mehrere Boote in einer Bahn fahren wollen, müssen die hinteren jeweils drei Bootslängen Abstand halten.

Kreuz

Alte Regeln – jetzt neu

Auf der Kreuz gilt weiterhin die Regel 10: Boote mit Wind von Backbord müssen sich von Booten mit Wind von Steuerbord freihalten. Ein Unterwenden, um die sichere Leestellung zu erreichen, ist weiterhin – auch ohne Drei-Bootslängen-Abstand –  möglich (diese ist dann in zweifacher Hinsicht sicher: einmal hat das Luvboot in der Regel keine Chance aufzuholen, zum anderen treffen die möglichen Viren des Leebootes nicht die Mannschaft des Luvbootes).

Völlig neu wird die „Mast-quer-ab“-Regel sein (die es früher bereits einmal in anderer Form gab): Sofern ein Boot in Luv ein Leeboot im Drei-Bootslängen-Abstand überholt, muss der Steuermann in Lee „Mast querab“ rufen, wenn sich der Mast des Luvbootes querab von seiner normalen Sitzposition befindet. Das Luvboot hat dann unverzüglich zu wenden (und sich somit vom Leeboot zu entfernen).

Vorwind

Vorwind muss ein nachfolgendes Boot stets den Drei-Bootslängen-Abstand halten, darf sich also einem vorderen Boot nicht weniger als drei Bootslängen nähern, es sei denn es hält auch seitlich diesen Abstand ein.

An den Bahnmarken

Völlig neu werden auch die Regeln an den Bahnmarken gestaltet. Grundsätzlich müssen auch beim Runden der Bahnmarken seitlich und nach vorne die Drei-Bootslängen-Abstände eingehalten werden. Es gilt weiterhin Regel 18.2, dass das außenliegende Boot dem innenliegenden Boot Raum geben muss. Allerdings muss der Außenlieger nun einen weiten Bogen fahren, um den Drei-Bootslängen-Abstand einzuhalten. Um hier eine Alternative zu schaffen, werden sowohl als Luv- wie als Leebahnmarken je nach Teilnehmerfeld mehrere Tonnen parallel verlegt, die gerundet werden können. Das bisherige Verfahren des „Tores“ in Lee wird also einfach vervielfacht.

Generell

Da der Drei-Bootslängen-Abstand so konstituierend für fast alle Regeln ist, soll er durch Schiedsrichter per Tracking kontrolliert werden.

Ohne Frage sind das einschneidend neue Regeln, die das Regattasegeln auch taktisch revolutionär verändern. Aber so ist es ja bereits und wird es auch in Zukunft mit unserem sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben sein. Solange wir mit den neuen Regeln wieder „um die Tonnen segeln“ können, soll es uns recht sein.

Neue Olympia-Chance für 2.4mR

Und auch weitere Überlegungen scheinen für uns sehr vorteilhaft zu sein. Word Sailing überlegt, das Mannschaftssegeln vorerst zu unterbinden. So sollen die Olympischen Segelwettbewerbe nur noch in Einhand-Klassen ausgetragen werden. Da werden wir mit dem 2.4mR demnächst neben Contender, Finn, Laser und Opti (für Kinder ab 12 Jahren wie beim Turnen) sicherlich auch olympisch. Wie immer – jede Krise hat auch ihre Chancen!

Zählt die Tage!

In dieser Zeit lohnt es sich, die Tage zu zählen.

Die Gründe können natürlich unterschiedlich sein. Falls es um die Weihnachtstage geht und ihr euch ein neues Boot anschafft, dann spielt natürlich die Namensgebung eine große Rolle.

Dieser Name passt aber nur auf eine Jolle. Nichts für einen 2.4er!

„Frohe Weihnacht

und immer eine Handbreit
Wasser unterm Kiel!“

wünscht Euch

Euer Sekretär Detlef GER 99