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Euer Klassensekretär Detlef, GER 99

Inklusion im 2.4mR?  

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Müller-Böling
(@ger-99-detlef)
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13. Juni 2018 14:23  

Behinderte können wie Nichtbehinderte wunderbar im 2.4er segeln. Das ist ein toller Schritt in Richtung Teilhabe an der Welt der Nichtbehinderten. Häufig wird das als Inklusion bezeichnet und dann die Teilnahme an den Paralympics, an Para-Europa oder Para-Weltmeisterschaften als Höhepunkt der Inklusion angesehen. Und natürlich geschieht dabei auch etwas in den Köpfen der Menschen - behinderten wie nicht behinderten: Es wird anerkannt - und bewundert - zu welchen gleichwertigen Leistungen Behinderte fähig sind und diejenigen (zu Recht) gelobt, die sich dafür einsetzen, wie gerade anlässlich der Kieler Woche in der Segler-Zeitung.

Das ist ein großer Fortschritt zu den nicht allzu fernen Zeiten, wo sogar Eltern ihre behinderten Kinder verstecken mussten, damit sie nicht "störten" oder ein Makel auf die Erzeuger fiel.

Allerdings werden die Behinderten bei den Para-Wettkämpfen interessanterweise auch wieder "ausgesondert", also gerade nicht inkludiert. Das mag für viele Sportarten sinnvoll sein, nicht aber im 2.4er. Hier haben wir die einmalige Chance einen Schritt weiter zu gehen; denn wie es in der Segler-Zeitung richtig steht "Behinderte gegen Nichtbehinderte, Seglerinnen gegen Segler, alles das ist möglich in der 2.4mR.".

Wir leben bereits Inklusion, indem alle gegeneinander Segeln können mit gleichen Erfolgschancen. Nicht nur Heiko Kröger, Björnar Erikstad, Helena Lucas oder Megan Pescoe beweisen das seit Jahren auf Weltniveau, sondern auch viele unserer Mitglieder, ob männlich oder weiblich, auf Regionalniveau.

Das ruft geradezu danach, dass Olympische Spiele in der 2.4mR-Klasse demnächst offen für Menschen aller Art ausgetragen werden. Das wäre ein starkes Signal für Inklusion und Gleichberechtigung. Noch haben die Verantwortlichen nicht den Mut dazu. Aber vielleicht erlebe ich es ja noch ...

Vielleicht noch ein paar persönliche Gedanken zu dem Wort "Behinderte", verschönt jetzt als "Para"-Segler: Es ist unstreitig, dass ich bei einem Hundert-Meter-Lauf nicht wirklich konkurrenzfähig bin. Gesegelt bin ich aber  schon immer auch in Nichtbehinderten-Klassen wie Pirat, Zugvogel, Dyas oder H-Boot - tendenziell erfolgreich. Eine Weltmeisterin im Kunstturnen kann mit ihren unter 50 kg Lebendgewicht im Laser oder Finn nicht gewinnen. Ist sie behindert?

"Behindert" ist letztlich wohl nur ein Ausdruck für eingeschränkte Fähigkeiten auf einem Gebiet. Dafür kann auch der sogenannte Behinderte aber herausragende Fähigkeiten auf einem anderen Gebiet haben. Das bedeutet aber nur, dass es ihm ergeht wie allen Menschen: Jeder hat Stärken und Schwächen. Und beim Wettkampfsport kommt es darauf an, gerade in der speziellen Sportart in erster Linie Stärken aufzuweisen. Wir erleben ds besonders deutlich im 2.4er. Dort ist nur die Segelfähigkeit gefragt. Alles andere, ob körperlich eingeschränkt, gewichtsschwach oder zu wenig männliche Hormone ist nachrangig bis unbedeutend.

Inklusion ist wohl erst dann erreicht, wenn wir nicht mehr darüber reden (müssen). Das zumindest ist im 2.4er bereits heute möglich, meint

GER 99 Detlef


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