Edersee Cup 2019 – der Bericht

Es war mal wieder soweit, während die meisten 2.4 Segler sich in Österreich bei nicht ganz so schönem Wetter auf der PARA-EM rumtrieben, wollte ich gerne mal zum Edersee Cup fahren.

Nachdem am Mittwoch sogar 13 Meldungen eingegangen waren (laut der Meldeliste) freute ich mich endlich das neue Boot ausprobieren zu können.

Donnerstagmorgen die letzten Reisevorbereitungen noch abgeschlossen und gegen Mittag sollte es dann Richtung Edersee losgehen. Dann unterwegs ein Anruf von der Wettfahrtleitung, leider sind im letzten Moment noch einige Absagen gekommen, so dass der Edersee Cup ausfällt. Okay und was nun? Entschlossen das Boot nun endlich auszuprobieren (Kiel ist wohl eher das falsche Gebiet dafür) beim Verein nachgefragt, ob Sie denn auch so ein bisschen Training machen würden. „Klar, wir sind ja sowieso hier, also können wir auch so ein bisschen segeln.  Und für die Hessenmeisterschaft brauchen wir ja auch keine 10 Boote wie für die Rangliste.“

Also los ging es statt Rangliste nun Training (was bei meinen Leistungsstand im 2.4 wohl auch angebracht ist).

Donnerstagabend nun endlich am See angekommen und einen sehr netten Abend mit den verbleibenden Seglern verbracht.

Freitagmorgen dann das Boot aufgebaut und die zwei ersten gefühlten Herzinfakte hinter mich gebracht (wo gehörte denn diese Strippe hin, was hatte mir Andreas noch dazu gesagt und und und….). Endlich das Boot fertig, ging es ans Kranen. Okay Kranen ist am Edersee etwas anders. Schon ein komisches Gefühl wenn man(n) sein Boot an einem Bagger hängen sieht.

Dann war es soweit, endlich segeln. Und der erste Start zur hessischen Meisterschaft nahte. 4 Läufe am Freitag und vier Läufe am Samstag waren angesagt. Da ich mich entschieden habe, meine vier Läufe vom Samstag werten zu lassen und den Freitag zum Boot kennenlernen zu nutzen (eine weise Endscheidung wie sich herausstellte), ging ich die Sache entspannt an (jedenfalls bis zum Vorbereitungssignal).

Der erste Start und das persönliche Drama begann: Gedanken wieso geht das alles nicht, das fährt ja gar nicht, hast das Segeln verlernt und noch einige Gedanken, die ich hier lieber nicht schreibe, begleiteten mich den ganzen Freitag.

Ist ja nur Training, war auch ein kurzer Gedanke, aber wirklich sehr kurz.

Die Ederseesegler zeigten mir, wo das Schaf die Locken hat und am Ende des Tages waren die glücklichen Tagessieger

  1. Mathias Korte
  2. Maria Martens
  3. Herbert Weny
  4. Thorge Rasche
  5. Thomas Jatsch

So endete ein wunderschöner Segeltag  auf den Edersee und ich war sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen angekommen.

Der Samstag kam und nun war es soweit, „meine“ Läufe standen an. 🙂

Nach einen super Frühstück zusammen gingen die Startvorbereitungen los. Boot klarmachen, auslaufen und gemütlich aufs Startsignal warten.

So der Plan, und dass ich mir mal im Kopf nicht viele Chancen ausrechnete, war wohl klar.

Der erste Start, konzentriert die Startkreuz abgesegelt und endlich an der Tonne.

Wie jetzt, wo sind die anderen? Biste falsche Tonne angefahren? WAS ist hier los, geil Du bist erster am Fass, wie geht das denn?? Rum ums Fass, aus Spass Jörg noch zugerufen „ Was muss ich jetzt machen und wo muss ich hin (Hinterherfahren ist einfacher)“ und ab geht es. Der Jörg und der Paul lachten sich wohl schlapp, als sie sahen, dass ich dann mal zur falschen Tonne anlegte. Am Abend hörte ich von beiden die Aussage: „Wir haben auch ganz leise gelacht, damit Du es ja nicht mitbekommst, was Du grade veranstaltest.“

Läuft ja super, waren so meine Gedanken in diesen Moment bestimmt nicht, wie ihr euch vorstellen könnt.

Am Ende dann doch noch den zweiten Platz erzielt.  Jörg war uneinholbar vorne. Zweiter Start, Jörg zeigte gleich, dass er das Revier sehr gut kennt und die Mitsegler machten mir das Leben auch nicht einfacher.

Winddreher, kurze Flauten  alles dabei, der Edersee wollte es wohl spannend machen.

Nach vier Läufen mit beeindruckenden 4 ersten Plätzen von Jörg gingen nun diese Wettfahrten zu Ende.

Aufgrund der Ergebnisse vom Vortag musste noch ein Race stattfinden, denn Mathias und Jörg hatten jeweils 4 erste Plätze gesegelt und Maria und ich  jeweils drei 2te und einen dritten. Das kann ja spannend werden. Nach Ansage der Wettfahrtleitung „2 kurze Runden“ kam nun endlich das Ankündigungssignal. Meine Nervosität stieg ständig an und meine Füße tanzten auf den Pedalen. Start Mathias, Jörg und Maria lieferten sich einen sehr spannenden Start an der Tonne, ich (Angst um das neue Boot) hielt mich zurück und fuhr eher mittig los.  Nach gefühlten Stunden endlich am LUV-Fass angekommen begann nun mein ewiger Kampf mit den Strippen (an der Beschriftung muss ich wohl noch arbeiten).

Jörg war wieder mal erster, ich zweiter gefolgt von Mathias und Maria. Auf der zweiten Kreuz zeigte mir dann Matthias, dass er den Edersee und sein Boot doch besser kennt als ich mein Boot und diesen See. So war denn auch der Zieleinlauf am Ende.

Gewinner der hessischen Meisterschaft hieß eindeutig Jörg Federer mit seiner GER 2.

Gratulation hierzu. Mathias wurde zweiter mit seiner GER 42 , gefolgt von dem Schreiber des Berichts und vierter wurde Maria Martens.

So ging der die hessische Meisterschaft auch dem Ende zu und abends wurden noch durch Jörg die anstehenden Float-Tests durchgeführt.  Dabei ließ ich den Vereinsbooten mal lieber den Vortritt, wusste ja nicht was da so genau durchgeführt wird.

Am Sonntag wurde dann wieder gemütlich ausgebaggert, oder gekrant wie es auch immer heißt am Edersee.

Schade war, dass es keine Rangliste wurde, aber sehr positiv ist zu erwähnen, das der Club einige junge Leute für den 2.4 mR gewinnen konnte.

Dass die SSGE den ganzen Aufwand für diese Regatta (am Ende ja leider nur die Hessische Meisterschaft) jedes Mal betreibt, finde ich lobenswert und hoffe dass im nächsten Jahr wieder zahlreiche Segler zu dieser supernetten Veranstaltung fahren.

Tom Jatsch, GER 69

P.S. Man hätte mich vorwarnen können, dass bei Euch der Dritte einen Bericht schreiben darf. 🙂

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