Wir waren bereit – der Wind nicht

Keine Punkte in der Verkehrssünderkartei in Flensburg zu haben, das ist das Ziel unserer motorisierten Gesellschaft in Deutschland, doch eine „Null-Nummer“ bei einer Segelregatta mit Ranglistencharakter, das ist der Super-GAU eines jeden Veranstalters. Heiner, der Regattaleiter vom SSFH und Sabine mit Michael von der WVG waren überzeugt, wenigstens einige Leichtwind-Wettfahrten am Wochenende beim Cuppy Cup hinzubekommen. Aber es sollte einfach nicht so sein!

Hafenleben

Einen Schuldigen habe ich auch ausfindig machen können, es war eindeutig Cor. Er reiste schon am Donnerstag an und nutzte die Tage bei guten Windbedingungen zum freien Training. Dass er dabei sogar schon die Windvorräte  von den beiden Regattatagen mit verbraucht hatte, das hat er uns verschwiegen. So kranten wir am Freitag noch recht unbekümmert und ahnungslos. Die eine Hälfte von 11 gemeldeten 2.4ern (rechnen kann ich auch nicht!) wurde mit Schlauchbooten nach Wassersleben verfrachtet also geschleppt. Das waren Bastian, Cor, Henry, Martin, Michael und Wolfgang. Detlef, Michael, Sabine und Stephan blieben in Galwik und Ingeborg hat ihr Boot sowieso im SSFH (sh. auch Meldeliste).

Die Steuermannsbesprechung war schon recht früh kurz nach 8 Uhr am Samstag. Da gab es nichts Besonderes zu erzählen, so sollte der 1. Start um 12 Uhr auf der Förde vor Wassersleben erfolgen. Die Schleppverbände von Galwik und Harrislee mit ihren  2.4ern trafen sich am Startschiff. Der Fahrtwind hatte seine Schuldigkeit getan. Der echte Wind aber machte schlapp, es war nur ein Hauch. Der Wetterbericht spiegelte das Livegeschehen und sagte nichts Gutes, so gab es eine Startverschiebung bis 15 Uhr. Alle bzw. wer wollte, wurde zu den Häfen geschleppt. Kurz vor dem „Einlaufen“ gab es plötzlich einen 15-minütigen Schauer, der es in sich hatte. Also nach dem Festmachen der Boote noch kurz warten bis es nur noch tröpfelte und dann waren Umziehaktionen nötig. Nass aus, trocken an.

Start zur einzigen, später abgeschossenen Wettfahrt

Und wieder raus zum Startschiff, das auch nicht so recht wusste, wo es am besten ankern sollte. Der Wind oder das bisschen Wind drehte im Laufe der Zeit um 180 Grad. Wir dümpelten und dümpelten so dahin. Schließlich nach gefühlten 2 Stunden endlich ein Startversuch, der sich selbst nicht an die Regeln hielt und abgebrochen werden musste. Der blaue Peter wollte sich bei 4 Min. nicht zeigen! Der 2. Versuch gelang dann wunderbar. Detlef, der oder das Flitzpiepchen, hatte eigentlich den Start verschlafen, setzte sich jedoch nach kurzer Zeit vor Michael an die Spitze. Cor war auch ziemlich nahe dabei. Die Luvtonne mit der Ablauftonne waren weit in Richtung Flensburger Hafen verholt (konträre Entfernung für eine Kurzwettfahrt!). Sie konnten diese Tonnen durch einen Winddreher nach links plötzlich nahezu „Am Wind“ erreicht werden. Wolfgang segelte irgendwie zu tief, hatte somit große Schwierigkeiten, die Luv-Tonne überhaupt anzuliegen. Detlef war weit vor und zuerst herum, Cor war der nächste Verfolger und Wolfgang hatte Innenraum und die Tonne vor Augen aber kaum noch Fahrt. So überholte ihn noch Henry mit mehr Schwung ca. 10 Meter  vor der Tonne, er entschuldigte sich förmlich für diese Aktion. Und dann überschlug sich alles. Henry hatte wohl den totalen Überblick, merkte, dass er wohl am Ende Dritter werden könnte. Das hieße ja, den Bericht vom Cappy Cup schreiben zu müssen. Knoten sind aus Handicapgründen nicht seine Stärke. Aber genau zum  richtigen Zeitpunkt beim Ausbaumen auf den Vorwindkurs löste sich die Ausbaumerschot von der Fock, er verlor an Geschwindigkeit und konnte sein Dilemma auch nicht mehr beheben. Absicht? Ich weiß es nicht! Aber Scherz beiseite, Henry hat viel dazugelernt und wird immer schneller und besser, einfach toll.

Cor, der absolut nicht gern bei Leichtwind segelt, kam nicht mehr so gut zurecht. Dafür kam Bastian mit seiner schwarzen Södergren MK 3 so richtig in Schwung. Detlef schien der sichere Sieger der Wettfahrt zu werden, doch mit Riesenvorsprung an der Leetonne angekommen, erbarmte sich der Wettfahrtleiter und schoss mit 3 Signalen die Wettfahrt ab. Schluss für heute.

Die Reihenfolge war dann in diesem Moment so, also Detlef vor Bastian und Wolfgang. Wolfgang als Dritter hatte also den Joker gezogen und wurde verdammt, wieder den Bericht zu schreiben.

Das habe ich hiermit in meiner so besonderen Art getan. Ich hoffe, ihr könnt die künstlerische Freiheit darin ertragen.

Den Rest wisst ihr, wurde schon an anderer Stelle mit Text und Bildern veröffentlicht.

Ach, ich habe noch etwas vergessen:

Also abends noch Tombola mit vielen 2.4er Gewinnern und am Sonntag gar kein Wind.

Ein besonderer Dank an Heiner, Sabine, Kalle, Brigitte und die, die mir gerade nicht einfallen wollen.

Bilder: Kerstin

Wolfgang Grupe, GER 81

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One thought on “Wir waren bereit – der Wind nicht

  • Jörg GER2

    Es macht immer wieder Spass, wenn Du Dritter wirst. Weiter so, dann wird das vieleicht nochmal als stillschweigende Vereinbarung vor den Regatten so festgelegt.

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